What A Waster

Die fiesen Schläge kommen ohne Ankündigung. Zuerst in den Unterleib und dann, wenn du dich schon krümmst, direkt zwischen Wangenknochen und Nasenflügel. Das Lied beginnt mit einem Saiten-Twang, wölfisch, wehmütig. Man hört kurz, wie die Fäuste in Stellung rutschen, dann pumpt die Gitarre Kraft und - Mist, sie sind zu zweit! - haut zu, ein paar Mal. Aus. Diese böse kleine Pause. Und dann stampfen die Libertines zu viert auf den ausschwingenden Boden, so dass man in dem Moment nicht mehr weiss, ob man jetzt ihr Hörer oder ihr Gegner ist: "What a waster, what a fucking waster, you pissed it all up the wall round the corner where they chased her", ab Zeile zwei im Doppel gesungen, ein Song ohne Satzzeichen, so atemlos und aufdringlich und trotzdem irgendwie verletzt und traurig, eine Reizwortgeschichte aus erbrochenen Schimpfwörtern, in der das ganze Geld die Nase hoch geht und jemand Panik vor den Taliban hat. Die Band schlingert und tritt am Ende noch einige Male fest zu, bis Ruhe ist.
"What A Waster", die erste Single, vergangenen Juni.

(Joachim Hentschel, deutscher Rolling Stone, Dezember 2002)